Ratgeber
Haarausfall dokumentieren
Ob die Haare dünner werden, wie schnell und seit wann, lässt sich aus dem Gedächtnis oft nur schwer sagen. Wer Fotos und Notizen sammelt, hat beim nächsten Arzttermin etwas in der Hand und sieht selbst, wie sich das Haar über Monate verändert. Hier liest du, wie du Bilder machst, die sich vergleichen lassen, was du dazu festhalten kannst und wie oft. Ein besonderes Werkzeug brauchst du dafür nicht, ein Handy und ein Heft genügen. Ganz einfach geht es mit der App beidia. Dort kommen deine Fotos und Notizen, Therapien und Mittel, Arzttermine und das, was in deinem Leben los war, chronologisch an einem Ort zusammen.
Warum es sich lohnt
Haare wachsen langsam, etwa einen halben bis gut einen Zentimeter im Monat. Von Tag zu Tag fällt deshalb kaum eine Veränderung auf. Ein Foto von vor drei Monaten zeigt oft mehr als der tägliche Blick in den Spiegel.
Dazu kommt, dass eine häufige Form, der diffuse Haarausfall nach einem Auslöser, oft erst zwei bis vier Monate später einsetzt, etwa nach einer fieberhaften Erkrankung, einer Geburt, einer Operation oder einer großen Belastung. Steht so ein Ereignis mit Datum in deinen Notizen, kann deine Ärztin oder dein Arzt den zeitlichen Ablauf besser nachvollziehen. Eine Ursache ergibt sich daraus allein noch nicht. Du musst aber nicht aus dem Gedächtnis erzählen, sondern kannst zeigen, wie es angefangen hat.
Wer regelmäßig festhält, nimmt Veränderungen außerdem bewusster wahr, ohne jeden Tag nach neuen Anzeichen suchen zu müssen.
Ich habe seit über 20 Jahren Haarausfall. Vieles aus dieser Zeit kann ich heute nicht mehr nachvollziehen. Wie lange eine Phase mit starkem Ausfall dauerte und wann die nächste kam, weiß ich oft nur noch ungefähr. Das gilt auch für die Mittel, die ich genommen habe. Wie meine Lebenssituation damals war, was mir durch den Kopf ging und wie ich mit allem umgegangen bin, ist ebenfalls verblasst. Hätte ich es aufgeschrieben, könnte ich heute selbst sehen, ob sich in meinem Verhalten oder Denken manches wiederholt.
Fotos, die sich vergleichen lassen
Damit zwei Aufnahmen aus verschiedenen Monaten wirklich etwas zeigen, sollten sie unter möglichst gleichen Bedingungen entstehen.
- Immer derselbe Ort. Am besten vor einem ruhigen, einfarbigen Hintergrund.
- Tageslicht. Weiches Licht von einem Fenster eignet sich am besten, möglichst zur gleichen Tageszeit. Blitz und gelbliches Lampenlicht lässt du besser weg.
- Gleicher Abstand, gleiche Höhe. Ein kleines Stativ oder eine feste Ablage hilft dabei. Zeige lieber etwas mehr vom Kopf, statt ganz nah an die Kopfhaut zu gehen.
- Haare wie beim letzten Mal. Sauber, ohne Stylingprodukte und jedes Mal gleich, also immer trocken oder immer leicht feucht. Den Scheitel legst du an dieselbe Stelle.
- Dieselben Ansichten. Von vorn mit dem Haaransatz, von oben auf den Scheitel mit leicht nach vorn geneigtem Kopf, dazu von links und von rechts. Hast du einzelne kahle Stellen, kommt ein Bild dieser Stelle dazu.
- Bilder unverändert lassen. Keine Filter und keine automatische Verschönerung, denn sie verändern Farbe und Kontrast. Bewahre die Originale auf.
Gut zu wissen. Den Oberkopf kannst du allein schwer fotografieren. Ein Handspiegel oder der Selbstauslöser hilft, oder jemand macht die Aufnahme für dich.
Was du dazu notieren kannst
Zu jedem Eintrag gehört ein Datum. Mehr braucht es oft nicht, ein paar Stichworte genügen.
- Was dir auffällt. Mehr Haare in der Bürste oder im Abfluss, eine neue lichte Stelle oder ein breiter werdender Scheitel.
- Mittel und Anwendungen. Wann du etwas neu begonnen, verändert oder abgesetzt hast. Verordnete Medikamente setzt du aber nicht auf eigene Faust ab, nur weil du einen Zusammenhang vermutest.
- Ereignisse. Eine Erkrankung, eine Operation, eine Geburt, eine Diät oder eine belastende Zeit.
- Wie es dir geht. Deine Gedanken, dein Umgang mit dem Haarausfall und was gerade in deinem Leben los ist.
- Kopfhaut. Ob es juckt, brennt, schuppt oder gerötet ist.
- Arzttermine und Befunde. Was untersucht wurde und was dabei herauskam.
Einzelne Haare in der Bürste sind normal. Als grober Richtwert gelten 50 bis 100 am Tag. Wie viele es wirklich sind, lässt sich an Bürste oder Abfluss allerdings kaum zählen.
Was du für einen Arzttermin zusammenfassen solltest, steht ausführlich im Ratgeber Gut vorbereitet zum Hautarzttermin bei Haarausfall.
Wie oft du festhältst
Für Fotos genügt meist einmal im Monat, am besten immer um denselben Tag herum. Wöchentliche Aufnahmen zeigen meist kaum Unterschiede, weil Haare dafür zu langsam wachsen, und kleine Abweichungen entstehen dann eher durch Licht oder Frisur. Ein erstes Bild machst du am besten gleich, damit du später einen Ausgangspunkt hast. Eine wiederkehrende Erinnerung im Kalender hilft, den Tag nicht zu vergessen.
Notizen schreibst du, wann immer dir etwas auffällt oder sich etwas ändert.
Sorgt dich dein Haarausfall, warte mit dem Arzttermin nicht, bis du monatelang Einträge gesammelt hast. Fang heute mit dem Festhalten an und kümmere dich gleich um einen Termin. Fotos und Notizen sind eine Hilfe für das Gespräch, kein Ersatz dafür.
Auf Papier, im Handy oder in beidia
Ein Heft ist zwar schnell zur Hand, und in der Fotogalerie des Handys sind Bilder sofort gespeichert, aber beides funktioniert nur, solange es um wenige Einträge geht. Über Monate und Jahre wird es unübersichtlich, weil Fotos, Notizen, Mittel und Termine an verschiedenen Stellen liegen.
| Heft | Handy | beidia | |
|---|---|---|---|
| Fotos | nur ausgedruckt und eingeklebt | in der Galerie, zwischen allen anderen Bildern | mit Datum im Fototagebuch |
| Mittel und Therapien | von Hand, schwer zu überblicken | in einer Notiz, getrennt von den Fotos | mit Dosierung und Zeitraum, auch für vergangene Tage |
| Was im Leben los war | auf einer eigenen Seite | irgendwo in den Notizen | in der Chronik, und in der Zeitleiste liegt übereinander, was zur selben Zeit war |
| Vor dem Arzttermin | Seiten durchblättern und abschreiben | alles zusammensuchen | daraus selbst eine Übersicht zusammenstellen, ausdrucken oder vorab mailen |
| Wo die Daten liegen | im Heft | auf dem Handy, je nach Einstellung auch in einer Cloud | nur auf deinem Gerät und nicht in einer Cloud |
Hier kannst du dir eine Vorlage zum Ausdrucken als PDF herunterladen, mit je einer Seite für Notizen, für deine Fotos und für alles, was du eingenommen und angewendet hast. Auch deine Arzttermine und Befunde kannst du darin festhalten.
Welcher Weg zu dir passt, entscheidest du.
Mit beidia
In beidia hältst du Fotos, Notizen, Mittel und Termine mit Datum an einem Ort fest, und alles bleibt auf deinem Gerät. In der Chronik findest du später wieder, was wann war, und vor dem Arzttermin stellst du dir daraus selbst eine Übersicht zum Ausdrucken oder Mailen zusammen.
beidia ansehenVon Martina Kohls · Stand Oktober 2026
Quellen
- DermNet, Telogen effluvium
- NHS, Hair loss
- Hims, How to Take Hair Growth Progress Photos
