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Ratgeber

Gut vorbereitet zum Hautarzttermin bei Haarausfall

Bei Haarausfall ist die Hautarztpraxis meist die erste Anlaufstelle. Wie der erste Termin verläuft, hängt davon ab, was du bemerkt hast und was bisher war. Auf dieser Seite erfährst du, ob du eine Überweisung brauchst, was du vorher notieren und einpacken solltest, welche Fragen du dem Arzt stellen kannst, welche Untersuchungen auf dich zukommen können und wie es danach weitergeht.

Überweisung und Wartezeit

Als gesetzlich Versicherte brauchst du für die Hautarztpraxis in der Regel keine Überweisung. Anders ist es, wenn du am Hausarztprogramm deiner Krankenkasse teilnimmst. Dann führt der erste Weg meist über die Praxis, bei der du eingeschrieben bist. Was in deinem Fall gilt, sagt dir deine Krankenkasse.

Auf einen Hautarzttermin wartet man oft mehrere Wochen. Bekommst du keinen, hilft dir die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung, telefonisch unter 116117 oder online auf 116117.de. Dafür brauchst du allerdings eine Überweisung mit einem sogenannten Vermittlungscode. Die Terminservicestelle stellt dann innerhalb einer Woche den Kontakt zu einer Praxis her, und bis zum vereinbarten Besuch sollen höchstens vier Wochen vergehen. Einen bestimmten Wunscharzt kann sie dir nicht zusagen.

Was du vorher notieren kannst

Im Sprechzimmer ist die Zeit oft knapp, und vieles fällt einem erst auf dem Heimweg wieder ein. Wenn die wichtigsten Punkte schon auf einem Zettel stehen, hast du sie griffbereit und kannst den bisherigen Verlauf leichter beschreiben. Nutzt du bereits die App beidia, kannst du sie einfach dort eintragen und festhalten und gleich als Bericht für den Arzt mitnehmen oder sogar schon vorher per E-Mail an die Praxis schicken.

  • Beginn und Verlauf. Wann dir der Haarausfall zum ersten Mal aufgefallen ist, ob er plötzlich kam oder sich langsam entwickelt hat und ob es Phasen gab, in denen es besser oder schlechter war.
  • Wo und wie. Ob die Haare überall dünner werden, eher am Scheitel, an den Schläfen oder an einzelnen kahlen Stellen. Auch Augenbrauen, Wimpern und die übrige Körperbehaarung gehören dazu.
  • Mittel und Anwendungen. Was du einnimmst oder anwendest, mit Dosierung und seit wann. Dazu zählen Medikamente, die Pille oder eine andere Verhütung mit Hormonen, Nahrungsergänzungsmittel und alles, was du auf die Kopfhaut aufträgst. Notiere auch, was du in den letzten Monaten abgesetzt oder neu begonnen hast.
  • Was sich in deinem Leben getan hat. Zum Beispiel besondere Belastungen, eine schwere oder fieberhafte Erkrankung, eine Geburt, eine Operation oder eine strenge Diät. Schau dabei ruhig ein paar Monate zurück, denn bei manchen Formen von Haarausfall zeigt sich die Folge eines solchen Ereignisses erst mit Verzögerung.
  • Haarpflege und Frisur. Ob du färbst, glättest oder Dauerwellen machst, ob du feste Zöpfe trägst und ob du Perücke, Topper oder Extensions mit Clips, Bändern oder Kleber befestigst.
  • Beschwerden an der Kopfhaut. Ob es juckt, brennt, schmerzt, schuppt oder ob du Rötungen bemerkst.
  • Familie. Ob Eltern oder Geschwister ebenfalls Haarausfall haben oder hatten.
  • Frühere Termine. Bei welchen Ärzten du deswegen schon warst, welche Befunde es gibt und was bereits ausprobiert wurde.

Du musst nicht jeden Punkt beantworten können. Schreib auf, woran du dich erinnerst.

Was du einpacken solltest

  • deine Versichertenkarte und eine Überweisung, falls du eine bekommen hast
  • Befunde, Laborwerte und Arztbriefe, die du schon hast, auch ältere
  • eine Liste deiner Medikamente und Anwendungen
  • deine Notizen und deine Fragen
  • Fotos deiner Haare aus der Zeit vor dem Haarausfall und aus den letzten Monaten, falls du welche hast. Sie können zeigen, wie sich dein Haar über die Zeit verändert hat, gerade wenn am Tag des Termins wenig zu sehen ist.

Wenn du Perücke, Topper oder Tuch trägst, kannst du damit ganz normal in die Praxis kommen und sie für die Untersuchung abnehmen. Einige Untersuchungen setzen allerdings voraus, dass du dein Haar vorher eine Weile nicht wäschst oder färbst. Frag deshalb schon bei der Terminvereinbarung, ob du etwas beachten solltest.

Fragen für den ersten Termin

Diese Fragen kannst du dir vorher notieren und dem Arzt beim Termin stellen. Lass zwischen den Fragen etwas Platz für die Antworten.

  • welche Art von Haarausfall es sein könnte
  • welche Untersuchungen bei dir sinnvoll sind und was sie zeigen sollen
  • ob Blutwerte bestimmt werden und welche
  • welche Möglichkeiten der Behandlung es gibt
  • was du selbst tun kannst, um deine Situation zu verbessern
  • ob du ein Rezept für eine Perücke ausgestellt bekommst

Wenn du etwas nicht verstehst, frag nach. Bitte den Arzt auch gern, dir die Diagnose und die wichtigsten Fachbegriffe auf einem Zettel mitzugeben.

Wie der Termin ablaufen könnte

Nicht bei jedem Termin wird alles gemacht, was hier steht. Welche Untersuchungen sinnvoll sind, hängt davon ab, wie der Arzt die Situation auf deiner Kopfhaut einschätzt und was sich aus eurem Gespräch ergeben hat.

Das Gespräch am Anfang

Zuerst geht es um deine Vorgeschichte. Hier helfen dir die Punkte, die du dir notiert hast. Viele Praxen lassen dich zusätzlich am Empfang einen Fragebogen ausfüllen.

Der erste Blick

Danach sieht sich der Arzt deine Kopfhaut und die Verteilung deiner Haare genau an. Er achtet etwa auf Rötungen, Schuppen, kahle Stellen, Narben oder Veränderungen am Haar selbst und schaut, ob das Muster zu einer bestimmten Form von Haarausfall passt.

Die Trichoskopie

Oft betrachtet der Arzt Kopfhaut und Haaransätze zusätzlich mit einem Dermatoskop, einem beleuchteten Vergrößerungsgerät. So werden Einzelheiten sichtbar, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind, zum Beispiel abgebrochene oder unterschiedlich dicke Haare.

Der Zupftest

Mit dem Zupftest lässt sich einschätzen, ob gerade vermehrt Haare ausfallen. Der Arzt nimmt dafür ein kleines Büschel von etwa fünfzig bis sechzig Haaren nah an der Kopfhaut zwischen die Finger, zieht sanft daran und zählt, wie viele sich lösen. Was das Ergebnis bedeutet, beurteilt er zusammen mit den übrigen Befunden.

Das Trichogramm

Beim Trichogramm werden an zwei Stellen jeweils etwa sechzig bis achtzig Haare samt Wurzel entnommen und unter dem Mikroskop betrachtet. An den Wurzeln zeigt sich, wie viele davon gerade wachsen und wie viele sich in der Ruhephase befinden, an deren Ende ein Haar ausfällt.

Damit das Ergebnis aussagekräftig ist, solltest du vorher einige Tage nicht waschen. Die Uniklinik Ulm nennt zum Beispiel fünf Tage, andere Praxen haben eigene Vorgaben. Auch Färben und andere chemische Behandlungen sind in dieser Zeit tabu. Was genau für dich gilt, sagt dir die Praxis.

Das Phototrichogramm

Manche Praxen arbeiten stattdessen mit vergrößerten Aufnahmen, bekannt etwa unter dem Namen TrichoScan. An einer lichteren Stelle wird eine etwa daumennagelgroße Fläche rasiert und bei hellem oder grauem Haar dunkel eingefärbt. Auf dem stark vergrößerten Foto zählt ein Programm die Haare aus und misst, wie dicht sie stehen. Soll zusätzlich bestimmt werden, wie viele gerade wachsen, folgt nach etwa zwei bis drei Tagen ein zweites Bild, meist bei einem weiteren Termin. Meist lässt sich die rasierte Stelle mit dem übrigen Haar überkämmen.

Die Blutabnahme

Ob Blut abgenommen wird und welche Werte bestimmt werden, entscheidet der Arzt je nachdem, was Gespräch und Untersuchung ergeben haben. Je nach Situation können das zum Beispiel der Eisenspeicher oder die Schilddrüsenwerte sein, in bestimmten Fällen auch Hormone. Eisenmangel gilt bei Frauen als eine der häufigeren Ursachen von Haarausfall. Auch eine Belastung mit Schwermetallen wie Thallium oder Arsen kann Haarausfall auslösen. Das kommt allerdings sehr selten vor, deshalb wird nur bei einem konkreten Verdacht gezielt im Blut oder Urin danach gesucht. Hattest du beruflich oder im Alltag mit solchen Stoffen zu tun, erwähne es im Gespräch. Lass dir ruhig erklären, wonach gesucht wird und warum, und frag, wann die Ergebnisse vorliegen und wie du eine Kopie bekommst.

Eine Gewebeprobe

Nur in bestimmten Fällen ist eine kleine Probe der Kopfhaut nötig, zum Beispiel wenn die Ursache sonst unklar bleibt oder die Kopfhaut an einer Stelle vernarbt aussieht. Mit einer runden Stanze wird ein Stück von etwa vier Millimetern Durchmesser entnommen und im Labor feingeweblich untersucht. Die Stelle wird dafür örtlich betäubt und danach meist mit wenigen Stichen verschlossen.

Nach dem Termin

Oft ist nach dem ersten Termin noch nicht klar, woran es liegt. Manche Ergebnisse, etwa aus dem Labor oder von einer Gewebeprobe, kommen erst nach einigen Tagen. Je nach Befund folgen weitere Untersuchungen oder eine Überweisung an eine andere Fachrichtung, zum Beispiel in die Frauenheilkunde oder zur Abklärung der Hormone. Einige Universitätskliniken bieten eigene Haarsprechstunden an. Wie lange es dauert, bis die Ursache geklärt ist, ist sehr unterschiedlich.

Schreib dir am besten gleich danach auf, was der Arzt zu deinen Fragen gesagt hat, welche Untersuchungen noch ausstehen und was als Nächstes geplant ist, solange du es noch gut im Kopf hast. Befunde und Laborwerte kannst du dir in Kopie geben lassen. So hast du beim nächsten Arzt alles beisammen, auch wenn du die Praxis wechselst.

Mit beidia

Vergiss beim Arzttermin keine wichtigen Details mehr. In beidia stellst du dir mit wenigen Klicks selbst eine Übersicht deiner bisherigen Geschichte zusammen, mit Diagnosen, Behandlungen, Befunden und deinen persönlichen Notizen, zum Ausdrucken oder Mailen. Nach dem Termin trägst du zu jeder Frage, die du mitgebracht hast, die Antwort des Arztes ein.

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Wie du Fotos und Notizen über Monate festhältst, liest du im Ratgeber Haarausfall dokumentieren.

Wie du deinen Kopf für eine Perücke oder einen Topper richtig ausmisst, liest du im Ratgeber Kopfumfang richtig messen.

Von Martina Kohls · Stand Oktober 2026

Quellen

Dieser Text ist eine allgemeine Information und keine Beratung im Einzelfall. Mehr dazu im rechtlichen Hinweis.