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Ratgeber

Kopfumfang richtig messen

Ob du eine Perücke im Internet bestellst, die Größen verschiedener Anbieter vergleichst oder dich im Fachgeschäft beraten lässt, deine Kopfmaße brauchst du immer wieder. Mit einem Maßband nimmst du sie ganz einfach selbst. Hier erfährst du, wo das Band anliegt, welche Perückengröße zu deinen Zahlen passt und was beim Topper anders ist.

Was du zum Messen brauchst

Am besten eignet sich ein weiches Schneidermaßband. Hast du keins, nimm eine Schnur, markiere die Stelle mit einem Stift und miss sie danach an einem Lineal oder Zollstock aus. Ein Spiegel hilft bei der Orientierung, und am Hinterkopf misst es sich mit einer zweiten Person deutlich leichter.

Dein Haar sollte möglichst flach am Kopf liegen. Ein Dutt oder ein dicker Zopf am Hinterkopf macht den Wert größer, als er ist. Lange Haare bindest du deshalb locker und tief im Nacken zusammen. Trägst du gerade eine Perücke oder einen Topper, nimm sie vorher ab. Notiere jedes Maß in Zentimetern.

Zwei Punkte zur Orientierung

Die vordere Haarlinie

Hier beginnt fast jedes Maß. Gemeint ist der Übergang von der Stirn zum behaarten Kopf. Ist dein Haaransatz vorne zurückgegangen oder gar nicht mehr zu sehen, nimm die Stelle, an der er früher verlief. Findest du sie nicht gleich, stell dir zwei Linien vor, eine senkrecht vor deinem Gesicht und eine waagerecht über deinem Kopf. Ungefähr auf halbem Weg zwischen den beiden, im Winkel von 45 Grad, trifft die Haarlinie auf den Kopf. Bist du unsicher, lass sie dir im Fachgeschäft zeigen.

Zeichnung eines Kopfes im Profil mit einer senkrechten und einer waagerechten gepunkteten Linie. Ein Kreuz dazwischen markiert die vordere Haarlinie.

Die Nackenkuhle

Hier enden die Maße, die vorne an der Stirn beginnen, und hier sitzt später der untere Rand der Perücke. Leg den Kopf etwas in den Nacken, dann spürst du mit den Fingern die kleine Mulde, in der der Hals in den Hinterkopf übergeht. Zum Messen nimmst du den Kopf danach wieder gerade.

Zeichnung eines Kopfes im Profil. Ein Kreuz markiert die Nackenkuhle am Übergang vom Hinterkopf zum Hals.

Den Kopfumfang messen

Der Kopfumfang ist das wichtigste Maß. Für viele fertige Perücken reicht er allein, um die passende Stufe zu finden.

Zeichnung eines Kopfes im Profil. Eine Linie mit Pfeilen läuft von der Stirn über dem Ohr entlang zur Nackenkuhle und rund um den Kopf.
  1. Leg den Anfang des Maßbands vorne mittig an die Haarlinie.
  2. Führ das Band seitlich knapp oberhalb des Ohrs entlang.
  3. Hinten läuft es durch die Nackenkuhle.
  4. Über dem anderen Ohr kommt es zurück an den Anfang.
  5. Lies den Wert an der Stelle ab, an der sich das Band trifft.

Das Band soll eng anliegen, aber nicht drücken oder einschneiden. Miss am besten zwei- oder dreimal und notiere die Zahl, die sich wiederholt.

Achte auch darauf, wie ein Anbieter selbst misst. Manche führen das Band über die Augenbrauen statt über die Haarlinie, und dabei kommt ein anderer Wert heraus. Willst du bei einem bestimmten Hersteller bestellen, halte dich an dessen Messanleitung, damit deine Zahlen zu seiner Tabelle passen.

Von Ohr zu Ohr über den Oberkopf

Dieses Maß zeigt, wie weit die Perücke seitlich über den Kopf reichen muss. Such dir zuerst den höchsten Punkt deines Kopfes. Als Orientierung gilt eine Stelle etwa 18 Zentimeter hinter der vorderen Haarlinie, gerade nach hinten gemessen. Je nach Kopfform kann sie etwas davor oder dahinter liegen. Dann setzt du das Band an einem Ohr an, genau dort, wo dessen oberer Rand am Kopf ansetzt, führst es über den höchsten Punkt und liest an derselben Stelle am anderen Ohr ab. Das Band soll dabei dem Kopf folgen, ohne durchzuhängen.

Zeichnung eines Kopfes im Profil. Ein Pfeil führt vom oberen Ansatz des Ohrs über den höchsten Punkt des Kopfes.

Von der Stirn bis in den Nacken

Dieses Maß verrät, wie lang die Perücke von vorne nach hinten sein muss. Das Band beginnt mittig an der vorderen Haarlinie, läuft gerade über die Mitte des Oberkopfs und endet in der Nackenkuhle.

Zeichnung eines Kopfes im Profil. Ein Bogen verläuft von der vorderen Haarlinie über den Oberkopf bis zur Nackenkuhle.

Welche Perückengröße zu deinen Maßen passt

Fertige Perücken gibt es meist in drei Stufen. Im Handel heißen sie oft Petite oder Small, Average oder Medium und Large. Im englischen Sprachraum spricht man auch von der Cap Size. Am gängigsten ist die mittlere Stufe. Manche Hersteller bieten zusätzlich Zwischengrößen an.

Einheitlich geregelt sind diese Bezeichnungen nicht, jeder Hersteller legt seine Grenzen selbst fest. Nur als Beispiel zur Orientierung, beim Hersteller Jon Renau steht Petite für einen Kopfumfang von etwa 53 Zentimetern, Average für etwa 55 und Large für etwa 58 Zentimeter. Maßgeblich ist immer die Tabelle des Modells, das du bestellen möchtest.

Fallen deine drei Maße in unterschiedliche Stufen, orientiere dich vor allem am Kopfumfang und an den Hinweisen des Herstellers. Viele Perücken haben im Nacken verstellbare Bänder, mit denen sich die Weite ein wenig anpassen lässt, oft um etwa einen Zentimeter. Stell sie zuerst ein, bevor du entscheidest, dass ein Modell nicht passt.

Maße für einen Topper

Ein Topper bedeckt nur einen Teil des Kopfes, meist am Oberkopf oder am Scheitel, und wird mit Clips am eigenen Haar befestigt. Für ihn zählt deshalb nicht der Kopfumfang, sondern die Fläche, die er abdecken soll.

  1. Frisier dein Haar so, wie du es sonst trägst, und schau im Spiegel, welche Stelle bedeckt werden soll.
  2. Miss die Länge von der vorderen Haarlinie bis zu dem Punkt, an dem der Topper hinten enden soll.
  3. Miss die Breite quer über den Kopf, von einer Seite der lichten Stelle zur anderen.
  4. Gib zu beiden Werten etwas Zugabe für die Befestigung dazu. Wie viel, empfiehlt der Anbieter, oft sind es etwa ein bis zweieinhalb Zentimeter.

Die Zugabe sorgt dafür, dass die Clips neben der lichten Stelle genug eigenes Haar finden, an dem sie halten können. Topper werden meist über ihre Grundfläche beschrieben, oft auch Basis oder Base Size genannt, mit Länge und Breite in Zentimetern. Form und Maße der Basen unterscheiden sich von Modell zu Modell. Vergleiche deshalb deine beiden Werte mit diesen Angaben und lass dich beraten, wenn du unsicher bist.

Weitere Maße für eine Maßanfertigung

Wird eine Perücke eigens für dich angefertigt, nimmt das Fachgeschäft noch drei weitere Maße. Für eine fertige Perücke brauchst du sie nicht.

  • von Ohr zu Ohr über die Stirn, entlang der vorderen Haarlinie
  • von Schläfe zu Schläfe um den Hinterkopf herum
  • die Breite des Haaransatzes im Nacken

Auf englischen Messkarten heißen die Maße übrigens Circumference für den Kopfumfang, Front to Nape für Stirn bis Nacken und Ear to Ear für Ohr zu Ohr. Das hilft, wenn du bei einem internationalen Anbieter bestellst.

Wann du noch einmal messen solltest

Gemessen wird immer mit dem Haar, das du gerade hast. Der Kopf selbst wird nicht kleiner, aber fällt mehr Haar aus, ergibt die Messung oft einen kleineren Wert, und eine Perücke, die vorher gepasst hat, sitzt plötzlich locker. Wächst es nach, wird sie wieder enger. Notiere deshalb zu deinen Maßen das Datum und miss nach, wenn sich bei dir etwas verändert hat, eine Perücke anders sitzt oder du eine neue bestellst. Beim Topper lohnt es sich, die lichte Stelle neu auszumessen, wenn sie sich verändert hat.

Wie gut ein Modell sitzt, zeigt sich trotz aller Zahlen erst beim Aufsetzen. Kopfform, Schnitt, Material, Befestigung und die Art der Montur spielen dabei ebenfalls eine Rolle.

Mit beidia

Behalte in beidia den Überblick über deine Perücken, Haarteile, Extensions und Tücher. Halte fest, wann du was getragen hast, was dir gefallen hat und womit du dich sicher gefühlt hast. Auch deine Kopfmaße trägst du einmal ein und hast sie beim Bestellen oder im Fachgeschäft immer zur Hand.

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Wie du ein Rezept für eine Perücke ansprichst und dich auf den Arzttermin vorbereitest, liest du im Ratgeber Gut vorbereitet zum Hautarzttermin bei Haarausfall.

Ob Kunsthaar oder Echthaar besser zu dir passt, erfährst du im Ratgeber Kunsthaar oder Echthaar.

Von Martina Kohls · Stand Oktober 2026

Quellen