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Ratgeber

Fachbegriffe rund ums Zweithaar

Wer zum ersten Mal eine Perücke, einen Topper oder Extensions aussucht, stößt auf viele Fachwörter, oft auf Englisch. Zweithaar ist das Wort, das all diese Lösungen zusammenfasst. Hier findest du die wichtigsten Begriffe nach Themen geordnet und in einfachen Worten erklärt. So verstehst du Produktbeschreibungen leichter und kannst im Fachgeschäft gezielter nachfragen. Nicht jeder Hersteller verwendet die Wörter ganz gleich, im Zweifel gilt seine Produktbeschreibung.

Welche Formen es gibt

Zweithaar
Sammelbegriff für alles, was fehlendes oder dünnes Haar ergänzt oder ersetzt, von der Perücke über den Topper bis zu Extensions.
Haarersatz
Ein anderes Wort für Zweithaar, das vor allem im medizinischen Zusammenhang und bei den Krankenkassen üblich ist, etwa wenn eine Ärztin oder ein Arzt bei krankheitsbedingtem Haarausfall eine Perücke verordnet.
Vollperücke
Eine Perücke, die das gesamte Kopfhaar ersetzt.
Teilbereichsperücke
Ersetzt nur den betroffenen Bereich am Oberkopf und wird nach den Maßen dieser Fläche gefertigt. Manche Krankenkassen, die Haarteile nicht übernehmen, nennen sie als Leistung.
Topper
Ein Haarteil für Scheitel, Wirbel oder Oberkopf, das meist mit Clips am eigenen Haar hält und dort für mehr Fülle sorgt. Mehr dazu steht im Ratgeber Topper oder Perücke im Vergleich.
Haarintegration (Pull-through Base)
Ein Haarteil mit einem offenen Gitter. Du ziehst dein eigenes Haar durch die Öffnungen, sodass es sich mit den eingearbeiteten Haaren vermischt.
Enhancer, Wiglet, Add-on
Kleine Haarteile, die einzelne lichte Stellen auffüllen oder mehr Volumen und Länge geben. Je nach Ausführung halten sie mit Clips, mit Kämmchen oder über ein Gitter, durch das du dein Haar ziehst.
Konfektioniert (Pre-Made, Ready to Wear)
Fertig hergestellt in Standardgrößen und sofort tragbar.
Maßanfertigung (Custom Made)
Nach deinen eigenen Kopfmaßen gefertigt. Die Herstellung kann mehrere Wochen dauern, bei manchen Anbietern bis zu zwölf.
Cranial Prosthesis
Englischer Begriff für Haarersatz bei starkem oder vollständigem Haarverlust. Wie ein Stück gefertigt ist, sagt das Wort allein nicht.

Extensions

Extensions
Strähnen oder Bahnen aus Echt- oder Kunsthaar, die am eigenen Haar befestigt werden und für mehr Länge oder Fülle sorgen. Je nach Art bringst du sie selbst an oder lässt sie im Salon setzen.
Clip-in
Strähnen mit kleinen Clips, die du selbst einsetzt und abends wieder herausnimmst. Das Anbringen dauert nur einige Minuten. Trägst du sie täglich, wird dein eigenes Haar an den Clipstellen stark beansprucht und kann brechen, zumal die Strähnen ihr eigenes Gewicht haben. Setze die Clips deshalb immer wieder an andere Stellen.
Tape-in
Flache Strähnen, die am Ansatz mit einem Klebeband an deinem Haar befestigt werden. Sie werden im Salon angebracht und je nach Haarwachstum etwa alle sechs bis acht Wochen neu gesetzt. Weil sich ihr Gewicht auf eine breitere Fläche verteilt, ziehen sie weniger als Clips.
Bonding (Keratin)
Kleine Büschel werden einzeln an Strähnen deines Haares geklebt, mit einem warmen Keratinkleber oder kalt mit Ultraschall. Im Salon dauert das mehrere Stunden. Meist nach einigen Monaten werden sie entfernt oder neu gesetzt.
Micro-Ring
Ähnlich wie Bonding, nur halten hier winzige Metallringe die Büschel an deinem Haar statt eines Klebers.
Sew-in, Weave
Dein eigenes Haar wird in flachen Zöpfen dicht an der Kopfhaut entlang geflochten. Auf diese Flechtbahnen werden Tressen mit Nadel und Faden festgenäht, im Salon von einer Fachkraft.

Kappe und Machart

Kappe, Montur (Cap, Foundation)
Der Unterbau einer Perücke oder eines Toppers, an dem die Haare befestigt sind. Wie die Kappe gearbeitet ist, bestimmt wesentlich, wie natürlich ein Stück wirkt und wie angenehm es sich trägt.
Tresse (Weft)
Ein schmales Band, auf das die Haare dicht nebeneinander genäht sind, ähnlich einem kleinen Vorhang. Bei vielen Perücken sitzen zahlreiche Tressen auf der Kappe und bilden zusammen das Haarvolumen.
Tressenperücke (Capless, Wefted)
Eine Perücke, deren Tressen auf elastische Bänder genäht sind. Zwischen den Bändern bleiben Lücken. Dadurch ist sie luftig und passt sich der Kopfform an. Maschinell gefertigt ist sie meist günstiger als handgeknüpft. Capless heißt also nicht, dass sie gar keine Kappe hat.
Handgeknüpft (Hand-Tied)
Jedes Haar oder jedes kleine Büschel wird von Hand mit einer feinen Nadel einzeln in die Kappe geknüpft. Das kostet viel Zeit und macht ein Stück teurer. Dafür lässt sich das Haar in verschiedene Richtungen legen.
Monofilament (Mono)
Ein feines, durchsichtiges Netz, meist am Oberkopf. Die Haare sind einzeln hineingeknüpft, sodass es aussieht, als wüchsen sie aus der Kopfhaut. Den Scheitel kannst du in verschiedene Richtungen legen.
Doppel-Monofilament
Unter dem Monofilament liegt eine zweite, weiche Schicht, die sich auf der Kopfhaut angenehmer anfühlt.
Teil-Monofilament (Mono Part)
Nur ein kleiner Bereich ist aus Monofilament, meist entlang des Scheitels. Der Rest der Kappe ist anders gearbeitet.
Haaransatz (Hairline)
Der vordere Übergang zwischen Stirn und Haar. Wie er gearbeitet ist, bestimmt stark, wie natürlich eine Perücke wirkt.
Lace
Ein hauchdünnes, durchsichtiges Netz, in das die Haare einzeln eingeknüpft sind. Weil es kaum zu sehen ist, bildet es oft den vorderen Haaransatz.
Lace Front
Am vorderen Rand ist die Kappe aus Lace gearbeitet. So entsteht ein Haaransatz, der natürlich aussieht, während der übrige Teil anders gefertigt ist.
Lace Closure
Ein einzelnes Stück Lace, das einen begrenzten Bereich am Oberkopf bedeckt, meist rund um den Scheitel.
Full Lace
Die gesamte Kappe besteht aus Lace. Das Haar lässt sich überall in jede Richtung frisieren.
Silk Top
Am Oberkopf liegt über den Knoten eine feine Schicht aus einem seidenähnlichen Material. Von oben sind die Knoten deshalb nicht zu sehen, und der Scheitel sieht aus wie Kopfhaut.
Skin, PU
Eine hauchdünne, geschlossene Kunststofffläche, meist aus Polyurethan, abgekürzt PU. Die Haare werden darin eingesetzt. Eine Perücke mit Skin lässt sich auch mit Kleber auf der Kopfhaut befestigen.
Skin Part
Ein Scheitel aus Skin an einer festen Stelle. Er sieht aus wie echte Kopfhaut, lässt sich aber nicht in eine andere Richtung legen.
Französische Montur (French Drawn)
Die Knoten liegen zwischen mehreren feinen Materialschichten verborgen. Dadurch sind sie kaum zu spüren, und die Haare bewegen sich frei.
Full Cap
Eine rundum geschlossene Kappe ohne größere offene Stellen, die den ganzen Kopf bedeckt.
Memory Cap
Eine Kappe aus dünnem, elastischem Material, die sich der Kopfform anpasst und dadurch leicht und sicher sitzt.
Permatease
Kurze, leicht angeraute Haare in der Kappe, die aufgerichtet bleiben. Sie geben Volumen und verdecken darunterliegende Teile der Kappe.
Knoten, Bleached Knots
Wo die Haare in die Kappe geknüpft sind, entstehen kleine Knoten. Bei Bleached Knots wurden sie aufgehellt, damit sie auf Lace oder Monofilament kaum noch auffallen. Aufhellen lassen sich die Knoten nur bei Echthaar.
Under Knotting
Am inneren Rand, meist vorn, sind zusätzliche Haare eingeknüpft. Sie verdecken die Kante der Kappe und machen den Übergang weicher.
Baby Hair
Kurze, feine Härchen am vorderen Haaransatz, die einer Perücke ein natürlicheres Aussehen geben.

Haar und Faser

Kunsthaar (Synthetik)
Haar aus einer Kunstfaser, meist günstiger und pflegeleichter als Echthaar. Die Unterschiede erklärt der Ratgeber Kunsthaar oder Echthaar.
Formgedächtnis (Style Memory)
Kunsthaar fällt nach dem Waschen von allein wieder in die Frisur, die ihm bei der Herstellung gegeben wurde.
Hitzebeständige Faser (Heat Friendly)
Eine Kunstfaser, die sich mit Föhn, Glätteisen oder Lockenstab formen lässt, oft bis etwa 140 Grad. Die genaue Grenze steht in den Angaben des Herstellers.
Kanekalon
Markenname einer verbreiteten Kunstfaser, die Echthaar nachempfunden ist.
Echthaar (Human Hair)
Menschliches Haar. Es lässt sich föhnen, glätten und locken und verhält sich ähnlich wie dein eigenes Haar.
Remy-Haar
Echthaar, bei dem alle Haare in derselben Wuchsrichtung liegen und die Schuppenschicht weitgehend erhalten ist. Es verheddert sich dadurch weniger. Ob das Haar gefärbt oder sonst behandelt wurde, verrät die Bezeichnung allein nicht.
Non-Remy
Echthaar aus verschiedenen Quellen, bei dem nicht sichergestellt ist, dass alle Haare in dieselbe Richtung liegen.
Virgin Hair
Echthaar, das vor der Verarbeitung nicht chemisch behandelt wurde, also weder gefärbt noch blondiert oder dauergewellt.
Double Drawn, Single Drawn
Bei Double Drawn haben die meisten Haare ungefähr dieselbe Länge, die Spitzen wirken dadurch voller. Bei Single Drawn sind mehr unterschiedliche Längen gemischt, und die Spitzen laufen dünner aus.
Mischhaar (Human Hair Blend)
Eine Mischung aus Echthaar und Kunstfaser. Die Faser hält nach dem Waschen die Form, das Echthaar sorgt für einen natürlichen Fall.
Haardichte (Hair Density)
Wie viele Haare eingearbeitet sind. Angaben wie Light, Medium oder Heavy zeigen, ob ein Stück eher leicht oder eher voll wirkt.
Struktur (Texture)
Beschreibt, ob das Haar glatt, wellig oder lockig ist und ob es eher fein oder kräftig ausfällt.

Größe und Passform

Cap Size
Die Größe der Kappe, die sich nach dem Kopfumfang richtet. Üblich sind Petite, Average und Large, die genauen Maße unterscheiden sich je nach Hersteller. Wie du richtig misst, zeigt der Ratgeber Kopfumfang richtig messen.
Verstellbare Bänder (Adjustable Straps)
Bänder im Nacken der Kappe, mit denen du die Weite etwas an deinen Kopf anpasst, je nach Modell mit Haken oder Klettverschluss.
Ear Tabs
Die Teile der Kappe vor den Ohren, die an den Schläfen anliegen. Sie sollten nah am Kopf sitzen. Velvet Ear Tabs sind innen mit einem weichen Stoff bezogen.
Velvet Front
Ein samtiges Band innen am vorderen Rand, damit das Stück an der Stirn angenehmer sitzt.
Oberkopf (Crown)
Der höchste Punkt des Kopfes. Von hier aus wird die Länge der Haare gemessen.
Nacken (Nape)
Der Bereich am Hinterkopf direkt unter dem Hinterhauptbein.

Halt und Zubehör

Glueless
Ein Stück, das ohne Kleber oder Klebeband hält. Den Halt geben die Passform und je nach Modell Bänder, Clips oder Kämmchen. Wie sicher es sitzt, hängt auch von deiner Kopfform ab.
Clips
Kleine, beschichtete Metallklammern, die Topper, Extensions oder Perücken am eigenen Haar festhalten. Sie sollten sicher sitzen, ohne unangenehm zu ziehen.
Kämmchen (Combs)
Kleine Kämme innen in der Kappe, die sich ins eigene Haar schieben und zusätzlichen Halt geben. Dafür braucht es genug eigenes Haar an diesen Stellen.
Perückenband (Wig Band, Grip)
Ein weiches Stoffband, oft mit Silikon, das um den Kopf getragen wird. Es mindert den Druck und verhindert, dass die Perücke verrutscht.
Unterziehnetz (Wig Liner, Wig Cap)
Eine dünne Kappe aus Nylon oder Netz unter der Perücke. Sie hält das eigene Haar zusammen und liegt als Schutzschicht zwischen Kopfhaut und Perücke.
Klebeband (Tape) und Kleber (Adhesive)
Spezielles doppelseitiges Klebeband oder ein spezieller flüssiger Kleber, beides für die Haut gemacht und im Zweithaarfachhandel erhältlich. Damit hält ein Stück direkt auf der Kopfhaut. Es gibt verschiedene Sorten und Haftstärken.
Perückenkopf, Perückenständer
Auf einem Perückenkopf aus Styropor, Gummi oder Stoff frisierst du dein Stück. Ein Ständer aus Kunststoff oder Metall dient zum Aufbewahren und Trocknen.
T-Nadeln (T-Pins)
Nadeln mit einem Querbalken, mit denen du eine Perücke am Perückenkopf feststeckst, ohne das Material zu beschädigen.

Mit beidia

Begegnet dir eines dieser Wörter beim Eintragen, schlägst du es in beidia direkt im Steckbrief deines Stücks nach, über „Fachwörter nachschlagen“. Daneben notierst du im Steckbrief, was dir an deinem Stück wichtig ist, etwa wie es sich trägt und was du daran verändert hast.

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Ob ein Topper oder eine Perücke besser zu dir passt, liest du im Ratgeber Topper oder Perücke im Vergleich.

Von Martina Kohls · Stand Oktober 2026

Quellen